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Briançon Weltcup

300+ Sonnentage im Jahr verspricht das Fremdenverkehrsbüro in Briançon. Leider erwischt der Weltcup konsequent einen der 65 anderen Tage. Das Finale war mal wieder verregnet. Romain Desgranges und Janja Garnbret haben ihren Status als Frontmann/frau des Lead-Weltcups 2017 zementiert.

Kim, Garbnret und Verhoeven dominieren im Damen-Finale
In Qualifikation und Halbfinale der Damen wurde schon deutlich, dass Jain Kim, Anak Verhoeven und Janja Garnbret das Podium im Moment ziemlich sicher in ihrer Hand haben. Julia Chanourdie, Jessica Pilz und Mina Markovic sind von den Verfolgern am nächsten dran. Während es für Markovic seit ihren Top-Platzierungen in Campitello di Fassa (ECH) und Villars (WC) in den Ergebnislisten stetig bergab geht, haben, Chanourdie und Pilz die Platzierungen 3, 4 und 5 recht konstant erreicht. Chanourdie hatte nach ihrer Bronzemedaille bei den World Games sichtbar mehr Selbstvertrauen und holte sich ihr bislang bestes Weltcup-Ergebnis (4.). Pilz ist so konstant, dass sie daran wahrscheinlich keine Freude mehr hat, zum vierten Mal in Folge wurde sie in Briaçon Fünfte. Kim, Verhoeven und Garnbret hatten bei den schweren Zugen, die die Konkurrenz stoppten, keine Schwierigkeiten und fielen erst knapp unter dem Top.

Kim ging dort als erstes die Kraft aus. Verhoeven kam als nächstes und sah an gleicher Stelle recht frisch aus. In einem schicksalhaften Moment entschied sie sich, die letzte Express-Schlinge einzuhängen und stürzte beim nächsten Zug. Während Garnbret kletterte, erzählte Verhoeven den Reportern, dass sie nicht hätte einhängen sollen und, dass dieses Missgeschick das einzige sei, was sie bereut, weil es sie den Sieg kosten könnte. Und es kam, wie es kommen musste. Garnbret hing nicht ein, kletterte einen Zug weiter als Verhoeven und sicherte sich so den Sieg. Wenn Verhoeven mal nicht mehr mitklettert, kann sie gleich in die Kommentatoren-Box wechseln. Für Garnbret war es der dritte Sieg beim dritten Lead Weltcup in dieser Saison. Das einzige was sie vielleicht stoppen könnte sind Momente in denen ihr Fokus nachlässt, weil ihr Kletterstil "ich bin unterfordert" schreit.

Ein weiterer schwerer Schlag für Halenke, Ghisolfi endlich in der Spur.
Das Herrenfinale sah so viel schwerer als die anderen Routen in dieser Saison aus, dass man dachte eine andere Disziplin zu sehen. Vom ersten Zug weg sah man, wie den Kletterern der Schreck in den Knochen steckte. Es sah aus, als wüssten sie nicht, in was sie hineingeraten waren. Bissige Züge bei feuchten Bedingungen sorgten vom ersten Griff weg für viel Spannung. 

Je kürzer und boulderlastiger die Routen werden, desto besser würden sich Leute wie Sean McColl schlagen, die bei Boulderrouten ihre Stärken haben. Nach einer schwachen Bouldersaison kommt sein zweiter Podestplatz 2017 (nach den World Games) trotzdem überraschend. Die andere Seite der Medaille ist natürlich, dass man in diesen Routen keine Zeit hat, seinen Rhythmus zu finden. Das bekam Sebastian Halenke zu spüren, der heuer eine Seuchensaison durchmacht. Er stürzte nach wenigen Zügen, die er zögerlich und mehr schlecht als recht hinter sich gebracht hatte. Nach seiner Darbietung im Halbfinale hätte man glauben können, er wäre durch ein Klon ausgetauscht worden, welches nur sein Kletterkönnen nicht besitzt. 

Ein weiterer Kletterer, der dem es heuer noch nicht so recht lief ist Stefano Ghisolfi. Ihn plagt eine hartnäckige Schulterverletzung, aber er hat eine sehr gute Vorbereitung hinter sich. Bei seiner Heim-EM in Campitello legte er einen denkbar schlechten Start hin als er das Finale verpasste. Villars und Chamonix verliefen nicht viel erfolgreicher auch wenn er in einigen Runden unter Beweis stellte, dass er gut dabei ist. In Briançon gelang es ihm erst, ins Finale zu klettern und dann aufs Podium. Es war seine erste Medaille im Jahr 2017.

Romain Desgranges stieg als letzter in die Finalroute ein. Um es kurz zu machen: er war extrem stark. Er geht mit seiner späten Blüte so nonchalant um, als würde es ihn nicht überraschen. Vor 14 Jahren startete er zum ersten Mal im Weltcup, damals hieß der Bewerb noch UIAA World Cup und Janja Garnbret war 4 Jahre alt. Jetzt erlebt er die Saison seines Lebens. Obwohl seine endlose Ausdauer und sein Können auf kleinen Leisten keine Stärken sind, die mit dem "neuen" Stil 1:1 zusammenpassen, dominiert er das Geschehen. Die einzigen zwei Kletterer die das Bild verändern könnten sind Jakob Schubert und Adam Ondra. Beim einzigen Bewerb heuer in dem die Drei aufeinandertrafen behielt der besser vorbereitete Desgranges die Überhand. In Arco Ende August werden sie wieder aufeinandertreffen. Es dürfte eine spannende Angelegenheit werden. 

 

 

Results - Men

1 DESGRANGES Romain FRA 41
2 MCCOLL Sean CAN 39
3 GHISOLFI Stefano ITA 35
4 HIGUCHI Masahiro JPN 29
5 BAILEY Sean USA 28+
6 BOMBARDI Marcello ITA 27
7 SHIMATANI Naoki JPN 22.5
8 HALENKE Sebastian GER 13+


Results - Women

1 GARNBRET Janja SLO 39+
2 VERHOEVEN Anak BEL 38+
3 KIM Jain KOR 36+
4 CHANOURDIE Julia FRA 30+
5 PILZ Jessica AUT 26+
6 HAYES Margo USA 26+
7 ROMAIN Salomé FRA 26+
8 MARKOVIC Mina SLO 20+

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