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Garnbret und Rubtsov wieder ganz oben!

Die Saison ging gestern und vorgestern in Tokio beim vierten von sieben Weltcups in die zweite Hälfte. Janja Garnbret bestätigte die Vermutung, dass sie an guten Tagen schwer zu schlagen ist. Alexey Rubtsov holte am letzten Boulder noch den Sieg vor dem bis dahin überragenden Tomoa Narasaki. Jakob Schubert zeigte in jeder Runde, dass man auch 2017 als Vorstieg-Spezialist im Bouldern noch vorne dabei sein kann.

Zum zweiten Mal in dieser Saison war Laurent Laporte im Routensetzerteam, dieses Mal zusammen mit dem Amerikaner Chris Danielson (Chef-Routensetzer) und Gen Hirashima. Wie bei jedem Wettkampf der Saison 2017 gelang es dem Team bei den Damen und den Herren drei sehr gute Runden zu setzen. 

Es war vor dem Wettkampf viel spekuliert worden, wie die 42 gemeldeten japanischen Athleten das Ranking aufmischen würden. Die Befürchtungen bewiesen sich als unbegründet: mit 7 Herren und 4 Damen im Halbfinale blieb es beim bisherigen Saison-Durchschnitt. Abgesehen vom 20 Jahre alten Taisei Ishimatsu aus Saitama  waren die üblichen Verdächtigen vorne dabei.

Letzterer schaffte es dann auch zusammen mit seinen Teamkollegen Keita Watabe (dieser verlängert seine Finalteilnahmen-Serie damit auf 4 Weltcups) und Tomoa Narasaki ins Finale, in das auch Mickael Mawem, Jakob Schubert (beide zum ersten Mal 2017) und der wieder gesunde Alexey Rubtsov einzogen. Jakob Schubert ist somit der einzige Weltklasse-Vorsteiger der in dieser Bouldersaison noch vorne mithalten kann. Domen Skofic (1 Punkt) und Sean McColl (25 Punkte) sind aktuell vom Finale weit entfernt.

Bei den Damen gab es im Halbfinale keine größeren Überraschungen, es qualifizierten sich die Lokalmatadorinnen Akiyo Noguchi und Miho Nonaka zusammen mit Fanny Gibert und Petra Klingler, sowie den zwei bislang mit Abstand stärksten Damen Janja Garnbret und Shauna Coxsey. Coxsey hatte schon im Halbfinale schwächen offenbart und sich als fünfte mit 3 Tops qualifiziert.

Im Finale war der erste Damen-Boulder zu leicht (alle Finalistinnen flashten ihn). Somit ging der Kampf um den ersten Platz erst bei W2 los. Überraschenderweise war es nicht Garnbret die vorlegte, sondern Noguchi: ihr gelang es, den technischen Boulder auf pyramidalen Strukturen richtig zu lesen und sauber auszuführen - in fast 2 Minuten holte sie sich im ersten Versuch das Top. Garnbret erlaubte sich einen kleinen Fehler und lag somit zurück. Beim dritten Boulder ging es darum, auf einem flachen Volumen sitzend abzuspringen (Narasaki hätte seine Freude gehabt). Garnbret nutzte sofort die Gelegenheit aufzuholen: Sie flashte den Boulder, während Noguchi die komplizierte Bewegung erst im sechsten Versuch hinkriegte. Der letzte Boulder war weder für Noguchi noch für Garnbret eine Hürde, und so holte sich Garnbret ihren zweiten Saisonsieg und wichtige Punkte im Gesamtweltcup, wo sie nur mehr sieben Punkte Rückstand auf Coxsey hat. 

Das Duell zwischen Noguchi und Garnbret war sicherlich enger als einige erwartet hatten. Garnbret ist in ihrer ersten Bouldersaison sehr unbekümmert und bärenstark. Ihre Unerfahrenheit schadet ihr nicht - die Boulder sind oft einfach zu leicht. Selbst wenn sie sich hier und da nicht genug Zeit lässt um die beste Methode zu visualisieren bevor sie einsteigt, gelingt es ihr den Rest der Weltelite in den Schatten zu stellen. Die vier anderen Finalistinnen hatten beim zweiten Boulder den Anschluss an die beiden Führenden verloren. Miho Nonaka holte sich zum dritten Mal in dieser Saison Platz 3. 

Bei den Herren wurde deutlich, dass es auf jede Kleinigkeit ankommt. Und: es ist nichts wert, überragend zu klettern, wenn man am Ende einen Fehler macht. Nachdem er M1 als einziger gemacht hatte, zeigte Naraski an M2 und M3, warum er ein Publikumsliebling ist: er marschierte raus, schaute sich den Boulder kurz an und zog mit einer irren Explosivität und Entschlossenheit durch. Zweifel, ob seine Methode die richtige ist, kennt er nicht. Er bouldert meistens so, als wisse er, dass er die Boulder schafft.


Den vierten Boulder hatten Mawem und Schubert gemacht (es war ihr erstes Top im Finale), und die meisten dachten wohl, dass auch Narasaki ihn hinkriegen würde. Aber "explosiv und entschlossen" bedeutete auf einmal "ungestüm", und Narasaki rannte erst mal erfolglos an. Hinzu kam, dass er sich bei dritten Boulder am Finger verletzt hatte. Er schaffte es nicht zum Topgriff. Rubtsov würde mit einem schnellen Top den Sieg holen! Auch er hatte Schwierigkeiten mit dem athletischen Sprung zum Bonusgriff, ließ im dritten Versuch aber nicht mehr los und holte sich den Sieg mit 3T8 4B13 knapp vor Narasaki (3T9 4B10). Keita Watabe holte sich Platz 3 und wahrte so seine Führung im Gesamtweltcup.


Ergebnisse - Herren
1. A. Rubtsov (RUS)
2. T. Narasaki (JPN)
3. K. Weitabe (JPN)
4. M. Mawem (FRA)
5. J. Schubert (AUT)
6. T. Ishimatsu (JPN)

Ergebnisse - Damen

1. J. Garnbret (SLO)

2. A. Noguchi (JPN)

3. M. Nonaka (JPN)

4. S. Coxsey (GBR)

5. F. Gibert (FRA)

6. P. Klingler (SUI)

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