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Interview mit Tomoa Narasaki und Akiyo Noguchi

Im Februar sind Akiyo Noguchi und Tomoa Narasaki, zwei der besten Boulderer der Welt, in Innsbruck zu Besuch um zu trainieren und sich auf die WM vorzubereiten. Wir haben die sympathischen Japaner in unserer Geschäftsstelle zu einem kurzen Gespräch getroffen bevor es in die Halle zum Training ging.

Du bist der aktuelle Weltmeister im Bouldern. Vor kurzem hast du im Lead auch tolle Leistungen gezeigt. Was ist dein Hauptziel bei der WM? Combined oder Bouldern? 

Tomoa Narasaki: Ich will beide WM-Titel. Erstens ist es wichtig für mich, dass meine Ergebnisse im Hinblick auf Tokio 2020 besser werden. Zweitens ist es fantastisch Weltmeister im Bouldern zu werden, da gebe ich natürlich mein Bestes.


Wenn Du kletterst, sieht das entschlossen und furchtlos aus. Wie wichtig ist es, bei Wettkämpfen die richtige Einstellung zu haben?

T.N.: Wenn ich Angst habe, glaube ich nicht zu hundert Prozent an mich. An mich zu glauben ist aber der Schlüssel um richtig zu klettern.

Du visualisierst die Boulder sorgfältig, bevor du loslegst. Wie viel hilft dir das?

T.N: Mein Stil ist gut ausgeglichen. Je nach Boulder kann ich mir die Koordination der Bewegung, die mir liegt gut vorstellen indem ich davor visualisiere. Andererseits kann ich auch während dem Versuch abwägen wie ich was mache, zum Beispiel bei Bouldern mit vielen Volumen.

Wie gefällt es dir hier in Innsbruck?
T.N.: Es gibt in Japan viele gute Boulderhallen, aber es gibt keine guten Lead- und Speed-Anlagen. Hier in Innsbruck kann ich am gleichen Tag in allen Disziplinen trainieren. Ab jetzt ist Combined sehr wichtig, deshalb bin ich hier! Das Wetter und die Landschaft in Innsbruck sind auch toll, und die Halle ist perfekt. 

Du bist eine der erfolgreichsten Boulderinnen aller Zeiten. Bei den letzten beiden Weltmeisterschaften hast du jeweils Bronze geholt. Was ist dein Ziel für die WM 2018? 

Akiyo Noguchi: Bei der letzten WM, in Paris, war ich in der Tat dritte, aber mein Ziel ist sicherlich der Titel. Mein bester Ergebnis bislang war der 2. Platz, aber ich will Weltmeisterin werden. Hinzu kommt, dass ich in dieser Saison wegen den Olympischen Spielen im Combined antreten werde und dort probiere, gute Ergebnisse zu verbuchen.

Du bist seit mehr als 10 Jahren bei internationalen Wettkämpfen dabei. Du hast viele Konkurrentinnen kommen und gehen gesehen. Was hältst du von der neuen Generation (Janja Garnbret, Futaba Ito,…)?

A.N.: Die neue Generation ist sehr ausgeglichen. Nicht nur die Herren, sondern auch die Damen haben ein sehr hohes Niveau, alle sind vielseitig talentiert. Die vorherigen Generationen haben sich nur auf ihre Stärken konzentriert. Die neue Generation ist ausgeglichen und arbeitet im Training an ihren Stärken und ihren Schwächen. 

Udo Neumann hat dich das "Zentrum des japanischen Teams" genannt. Wie würdest Du deine Rolle in deinem Team beschreiben? 

A.N.: (Lächelt.) Als ich anfing bei Weltcups zu starten, war ich die einzige japanische Starterin und es gab keinen Chef-Coach. Das japanische Team war klein. Lange Zeit war ich hobbymäßig dabei. 
Jetzt ist das japanische Team in der ganzen Welt bekannt und immer die Nummer 1 im internationalen Ranking. Ich finde dass das Team sehr viel gewachsen ist.
Ich will Klettern in Japan natürlich fördern und stärken. Aber wichtiger ist es für mich, meine Leistung abzurufen und gute Ergebnisse zu erziehlen. Anstatt zu erklären und zu coachen, sollte ich meine Fähigkeiten zu zeigen. Und ich habe nie aufgehört, hart an mir zu arbeiten.

Du bist zwei Wochen in Innsbruck und trainierst. Warum gerade in Innsbruck?

A.N.: Der erste Grund ist, dass die Kletter-WM heuer in Innsbruck stattfindet. Mein Plan war, die Umgebung kennenzulernen und in der Halle zu klettern. Es gibt gute Boulderhallen in Japan aber nichts Vergleichbares um Lead oder Speed zu trainieren. Ich muss im Lead und im Speed besser werden, deshalb bin ich nach Innsbruck hergekommen.

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