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Watabe und Coxsey gewinnen in Nanjing!

Nanjing wurde als chinesische Hauptstadt 1937 im Zuge des chinesisch-japanischen Krieges aufgegeben, es war das Ende der sogenannten Nanjing-Dekade. Die Regierung der damaligen Republik China zog ins 1300 Kilometer entfernte Chongqing um. Umgekehrt machten es die besten Boulderer der Welt: Nachdem der Weltcup voriges Wochenende in Chongqing stattgefunden hatte, ging es Samstag und Sonntag in Nanjing weiter.

In Nanjing war noch Austragungsort eines Boulderweltcups, und es sollte ein schwieriger Venue sein. Die Wand war nach Südwesten ausgerichtet und stand unter einem durchsichtigen Glasdach. Um die Lage zu verschlimmern, waren die Weichböden schwarz. Eine irre Hitze sorgte dafür, dass die Runden die tagsüber stattfanden für die Athleten kaum auszuhalten waren.

Wie schon in Chongqing, waren die Halbfinalrunden eine Herausforderung. Nachdem er am vorigen Wochenende noch 38 gewesen war zog Jernej Kruder wieder ins Finale ein. Tomoa Narasaki, Chon Jongwon, Manu Cornu, Rei Sugimoto und Keita Watabe, der einzige Boulderer der es heuer jedesmal ins Finale geschafft hat, taten es ihm gleich. Auch im Damenfinale war Japan mit 3 Teilnehmerinnen vertreten, Miho Nonaka, Aya Onoe und Mei Kotake zeigten, dass Japan nicht nur bei den Herren breit aufgestellt ist. Die bislang stärksten Boulderinnen Shauna Coxsey und Janja Garnbret hatten den Finaleinzug ebenso geschafft wie die Lead Spezialistin Kim Jain. Obwohl sie in den Lead Weltcups für ihren langsamen, methodischen Kletterstil bekannt ist, zeigte sie es ihren Zweiflern und gesellte sich zur Boulder-Elite im Finale dazu. Einige Athleten waren unter der Woche krank geworden, darunter Anna Stöhr, Jakob Schubert und Alexey Rubtsov, die 8., 37., und 23., wurden, was auch zeigt inwiefern sie schon wieder genesen waren.

Die ersten Boulder gaben im Finale sofort den Takt an. Beim ersten Herrenboulder (M1) ging es in einer schwierigen Platte darum, die "Tür" zu zu behalten und das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Narasaki war der erste Starter, er schaffte den Boulder im dritten Versuch. Sein einzigartiger alles-oder-nichts-Stil war eine Augenweide. Der einzige, dem der Boulder auch gelang war Keita Watabe. Er gelangte mit 10 verbleibenden Sekunden zum Bonus und hatte hielt den Topgriff mit beiden Händen als die letzte Sekunde verrann.  Auch M2 war nicht leicht, jeder schaffte zwar den Bonus, aber nur Kruder und Watabe holten sich ein Top. Watabe lag damit vorn.

Der erste Damenboulder war steil und dynamisch. Der Topgriff war ein kleiner flacher Griff, der am letzten Volumen befestigt war. Coxsey stieg nach ein paar Versuchen durch. Garnbret flashte den Boulder sogar als wäre sie immer noch in der Isolationszone beim Aufwärmen. Nonaka hielt das Top nur mit einer Hand, sie hatte vergessen, dass das Volumen nicht zum Top zählte. Ihr Top wurde zurecht nicht gewertet, wobei nicht ersichtlich war, warum nicht einfach das Volumen das Top war. Weil ihr für einen weiteren Versuch keine Zeit blieb, musste sie von Beginn an Boden auf Garnbret und Coxsey gut machen. Beim zweiten Damenboulder wurde es dann dramatisch, und wieder lag es an der Zeit. Kotake's Versuch endete zwar ganz am Ende am Top, aber bei etwa 00:12 waren alle Uhren an der Venue wie von Geisterhand auf 04:00 gesprungen, und es war unmöglich zu sagen, ob sie das Top innerhalb der 4 Minuten erreicht hatte. Ihr wurden 2 Minuten für weitere Versuche gegeben. Beim ersten Versuch stürzte sie, beim zweiten Versuch schaffte sie es ganz oben nicht mehr, ihren ursprüngliche Position in der Verschneidung einzunehmen, und ihr lief, Zentimeter vom Topgriff entfernt, schlicht die Zeit davon.

Die Herren hinter Watabe schienen gemerkt zu haben, dass sie aufholen müssten, und Narasaki machte sich sofort an die Arbeit indem er M3 im zweiten Versuch kletterte. Kruder hatte M2 geflasht und nahm seinen Lauf mit zu M3, dessen dynamische Züge ihm sichtlich entgegen kamen. Watabe ließ sich nicht einschüchtern und holte sich sein drittes Top, als wäre es nichts. Cornu, Sugimoto und Chon gelang im Finale nicht viel. Als alle auf M4 blickten, hatten sie im Rennen um die Podestplätze schon keine Chance mehr.

Für die anderen Drei ging es an dem steilen Leisten-Problem noch um den Sieg. Narasaki tat was er konnte und flashte den Boulder. Damit war Kruder definitiv dritter, egal was ihm noch gelingen würde. Es war sein ersten Podium bei einem Weltcup, und die Freude war ihm ins Gesicht geschrieben. Grinsend trat er ab. In seinem dritten Finale gelang es Watabe, alle hinter sich zu lassen, indem er M4 kletterte. Er feierte einen hochverdienten Sieg nachdem ihm als einziger 4 Tops gelungen waren. Watabe zeigte in Nanjing keine Schwächen.

Nach W2 stand es 2T5 2B5 für Garnbret und 2T6 2B6 für Coxsey. W3 war eine technisch anspruchsvolle Platte die nur Coxsey und Nonaka schafften, während Garnbret auf dem Weg zum Bonus eine wichtige Abfangbewegung mit dem Fuß übersah, wodurch ihr wieder und wieder die Tür aufging. Sie wusste wohl, dass ihr dadurch möglicherweise der Sieg entglitten war.
Die Podestplätze hatten sich Nonaka, Coxsey und Garnbret schon vor W4 gesichert. Kim Jain machte am letzten Boulder eine Figure of Four, was den Zuschauern ein langes "Ooooh" entlockte und ein versöhnliches Ende in einem für sie enttäuschenden Finale bedeutete. Der athletische Boulder machte Coxsey keine Probleme. Entschlossen holte sie sich den Sieg. Dass der Boulder nicht leicht war, wurde klar als Nonaka ihn nicht schaffte. Garnbret sicherte sich mit ihrem dritten Top den zweiten Platz. Watabe und Coxsey liegen in der Gesamtwertung vorn, bevor es in 5 Tagen in Tokio weitergeht.

Zwei Weltrekorde im Speed

Reza Alipourshenazandifar gewann nicht nur seinen ersten Speed-Weltcup der Saison 2017, sondern pulverisierte auch den drei Jahre alten Weltrekord von Danyil Boldyrev, indem er in die 15 Meter in 5:48 bewältigte. Iullia Kaplina brach ihren eigenen, erst eine Woche alten Rekord mit einer Zeit von 7:38, womit sie sich auch den Sieg sicherte. Diese Zeiten lassen vermuten, dass sie beim nächsten Weltcup in Villars (SUI) im Juli schwer zu schlagen sein werden. 


Ergebnisse:

Herren Speed
1 ALIPOURSHENAZANDIFAR Reza IRI
2 SHIKOV Aleksandr RUS
3 DEULIN Vladislav RUS

Damen Speed
1 KAPLINA Iuliia RUS
2 KRASAVINA  Mariia RUS
3 JAUBERT Anouck FRA

Herren Bouldern
1 WATABE Keita  JPN  4t9 4b8
NARASAKI  Tomoa JPN 3t6 4b7
3 KRUDER Jernej SLO 2t5 3b5
4 CHON Jongwon KOR 1t1 3b8
5 CORNU Manuel FRA 0t 3b3
6 SUGIMOTO  Rei JPN 0t 3b4

Damen Bouldern
1 COXSEY Shauna  GBR 4t12 4b12
2 GARNBRET  Janja  SLO 3t7 3b7
3 NONAKA Miho JPN 2t6 4b15
4 KIM Jain KOR 1t5 2b11
5 ONOE Aya JPN 0t 3b8
6 KOTAKE Mei JPN 0t 1b3

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