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Willkommen bei der Janja-Show

Boulder Weltcups sind eine volatile Angelegenheit. Manchmal läuft es schlecht und ein Favorit wird 38., nur um beim nächsten Bewerb auf dem Podest zu stehen. Nach einem hochkarätigen Saisonauftakt in Meiringen schienen zumindest ein Teil der Karten auf dem Tisch zu liegen, bevor es für die Weltcups 2, 3 und 4 nach Asien ging. Die Japaner und Coxsey hatten mit starken Leistungen unterstrichen, dass mit ihnen heuer wieder zu rechnen ist.

 

In Chongqing, wo letztes Jahr Tomoa Narasaki und Coxsey gewonnen hatten, warteten die Japaner nicht lange um zu beweisen, dass ihr Ergebnis Meiringen keineswegs ein Glückstreffer gewesen war - alle 10 (!) japanischen Herren zogen ins Halbfinale ein. 

Die "Enttäuschten" von Meiringen, darunter klingende Namen wie Jakob Schubert, Tomoa Narasaki, Akiyo Noguchi und Anna Stöhr (vor zwei Wochen alle in der Qualifikation ausgeschieden) fanden zu gewohnter Stärke zurück und hatten in der ersten Runde keine Probleme. Rustam Gelmanov und Sean McColl verpassten dafür zum zweiten Mal das Halbfinale, ein Schicksal, das dieses Mal auch Meiringen-Finalist Jernej Kruder erwischte. Bei den Damen gelangen den jungen Janja Garnbret und Miho Nonaka in der Qualifikation die perfekte Runde: sie kletterten ihre 5 Boulder in nur 5 Versuchen.


Das Halbfinale war für Damen und Herren eine große Herausforderung, mit sehr athletischen Problemen am äußersten Ende des Schwierigkeitsspektrums. Janja Garnbret war davon unbeeindruckt, sie flashte drei von vier Problemen, das vierte gelang ihr im zweiten Versuch. Dadurch zog sie deutlich in Führung liegend ins Finale ein, wo bekanntermaßen die Karten neu gemischt werden. Die nimmermüde Anna Stöhr hatte ihren grippalen Infekt auskuriert und erreichte das Finale ebenso wie Noguchi, Coxsey und Stasa Gejo. Die junge Kanadierin Alannah Yip komplettierte das Sextett, sie erreichte ihr erstes Finale, das erste überhaupt in der Geschichte für eine Kanadierin.

Jongwon Chon, Tomoa Narasaki und Alexey Rubtsov, vor der Saison die wohl am höchsten gehandelten Favoriten, kletterten ins Finale. Manuel Cornu und die Japaner Kai Harada und Keita Watabe (mit zwei Finalteilnahmen bei zwei Weltcups der Newcomer der Saison) schafften es auch in die Endrunde.

Der Showdown

Shauna Coxsey zog die Aufmerksamkeit sofort auf sich, als sie "wie eine richtige englische Lady" (Kommentator) mit einem Regenschirm die Boulder anschauen ging. Glück brachte ihr das keines. Janja Garnbret legte am ersten Boulder gleich vor und toppte ihn als einzige. Das ganze Wochenende war eine Demonstration ihres unglaublichen Könnens. Finalboulder 2 und 3 gelangen hingegen mehreren Finalistinnen.  

So war es bei den Damen und Herren bis am Ende offen. M1 und M2 hatten Rubtsov, Narasaki und Chon geflasht. Chon schien beim dritten Boulder der Schwerkraft ein Schnippchen zu schlagen, er war der einzige, dem der Boulder gelang. Als es zu M4 ging, lag er vorn. Rubtsov, der erste Starter, rutschte am letzten Zug unglücklich ab. Ihm gelang es nicht, wieder so hoch zu kommen. Als ihm nur noch 30 Sekunden blieben, gelang ihm eine schiere Willensleistung, er schaffte den Boulder. Am Ende hielt er den Topgriff bei 4:02 Minuten in der Hand - die Jury wertete das Top also nicht. Fassungslos verließ er die Bühne. Narasaki kletterte den Boulder und sicherte sich Platz zwei. (Nachtrag: Ihm wurde sein Top später aberkannt, an seiner Platzierung änderte das aber nichts.) Als Jongwon Chon und Janja Garnbret die Bühne betraten, war der Sieg für beide in Reichweite, aber sie spürten Narasaki's und Coxsey's Atem im Nacken. 


Janja tat, was sie tun musste: Sie stieg durch. Chon flashte den Boulder, aber die Jury akzeptierte sein Top nicht, weil er nicht mit beiden Händen den letzten Griff berührte. Er kletterte also noch einmal, machte oben alles richtig und sicherte sich seinen ersten Saisonsieg.

Alles in allem war es ein sehr spannender Wettkampf. Rubtsov und Coxsey führen nach zwei von sieben Wettkämpfen die Gesamtwertung an. Am Wochenende geht es in Nanjing weiter.

Weltrekord im Speed

Gleich beim ersten Speed-Weltcup der Saison gelang Iuliia Kaplina ein neuer Weltrekord: Die Uhr blieb bei 7:46 stehen, sie unterbot ihre Bestmarke um 7 Sekunden. Bei den Herren gewann Vladislav Deulin.


Ergebnisse:

Bouldern:


Herren:
1. Jongwon Chon
2. Tomoa Narasaki
3. Alexey Rubtsov
4. Keita Watabe
5. Kai Harada
6. Manuel Cornu

Damen:
1. Janja Garnbret (SLO)
2. Shauna Coxsey (GBR)
3. Akiyo Noguchi (JPN)
4. Anna Stöhr (AUT)
5. Alannah Yip (CAN)
6. Stasa Gejo (SRB)


Speed: 

Herren:
1. Vladislav Deulin (RUS)
2. Stanislav Kokorin (RUS)
3. Danyil Boldyrev (UKR)

Damen:
1. Iuliia Kaplina (RUS)
2. Mariia Krasavina (RUS)
3. Alla Marenych (UKR)

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